01.02.2017

Schule: ein neuer Lebensabschnitt beginnt

Was ist zu beachten und wie kann ich mein Kind fördern?

Schulbeginn (Foto: Bildmontage Fotolia)
Bildmontage Fotolia

Der Schulanfang ist ein aufregendes Ereignis – für die Kinder ebenso wie für ihre Eltern. Er wird meist voller Aufregung und Neugier erwartet, denn damit beginnt für die Kinder ein neuer Lebensabschnitt. Das Lernen, die systematische Aneignung von Wissen prägen künftig den Tagesablauf der ABC-Schützen. Für Eltern ist es spannend zu sehen, wie ihr Kind diese Herausforderungen meistert.

Im letzten Kindergartenjahr beginnt die Phase des Übergangs in die Grundschule. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern, Kindergarten und der Schule ist in dieser Zeit unerlässlich. Das Kennenlernen der Grundschule und des Hortes sowie der Lehrerinnen und Lehrer geben Kind und Eltern Sicherheit.

Die Schulanmeldung

Alle Kinder, die zwischen dem 1. Juli 2010 und dem 30. Juni 2011 geboren sind, werden mit Beginn des Schuljahres 2017/2018 schulpflichtig. Kinder, die nach diesem Zeitraum geboren sind, aber bis spätestens 30. September 2017 das 6. Lebensjahr vollenden, werden ebenfalls schulpflichtig, wenn Sie von den Sorgeberechtigten zur Schule angemeldet werden.

Die Anmeldung muss an einer Schule innerhalb des für Sie zuständigen Schulbezirkes zu erfolgen. Diese Pflicht besteht auch dann, wenn Sie wünschen, dass Ihr Kind eine kommunale Grundschule außerhalb Ihres Schulbezirkes oder eine Schule in freier Trägerschaft besucht. Welchem Schulbezirk Ihre persönliche Anschrift zugeordnet ist, erfahren Sie im Grundschulfinder online unter stadtplan2.dresden.de/.

Zur Schulanmeldung sind mitzubringen:

  • Personalausweis des anmeldenden Sorgerechtsinhabers
  • Geburts- oder Abstammungsurkunde des Kindes
  • Anmeldebogen
  • Schulanmeldebestätigung (sofern vorhanden)
  • ggf. Nachweis über alleiniges Sorgerecht (Gerichtsurteil/ Bestätigung des Jugendamtes)

Den erforderlichen Anmeldebogen zum Ausdrucken finden Sie unter: http://www.dresden.de/de/leben/schulen.php
Das Aufnahmegespräch führt die Schulleitung oder ein Lehrer meist schon am Tag der Anmeldung. Dabei sollten die Eltern bereits auf Besonderheiten des Kindes aufmerksam machen, auch wenn sie nicht dazu verpflichtet sind.

Nicht zu vergessen ist, den Platz in der Kindertageseinrichtung vor dem Eintritt in die Schule abzumelden. Sollte Ihr Kind während der Schulzeit in einen Hort wechseln, ist ein Umsetzungsantrag bei der jeweiligen Einrichtung zu stellen.

Sofern Sie Ihr Kind in einem Hort anmelden möchten, können Sie dies vor der Einschulung direkt bei der Hortleitung der Grundschule oder der Leitung der Kindertageseinrichtung machen. Auch bei freien Trägern eines Hortes erhalten Sie Informationen zur Anmeldung direkt in der Einrichtung.

Der Hort ist eine sozialpädagogische Einrichtung für Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse. Auf Wunsch der Eltern werden die Kinder hier vor und nach dem Unterricht und während der Ferien betreut. Sie können dort ihre Hausaufgaben erledigen und ihre Freizeit nach eigenen Interessen gestalten. Die dafür zu zahlenden Elternbeiträge richten sich nach der Betreuungszeit. An den meisten Dresdner Grundschulen ist ein Hort eingerichtet, entweder direkt im Schulgebäude oder in dessen unmittelbarer Nähe.
Auch ist es möglich, dass Hortkinder in der vertrauten Umgebung ihrer Kindertageseinrichtung weiter betreut werden.

Der Einschulungstest

Bei der Schulanmeldung lädt der Kinder- und Jugendärztliche Dienst ein zur Einschulungsuntersuchung. Das ist eine gesetzliche Pf lichtuntersuchung für alle Kinder vor Schulbeginn. Sie findet als Einzeluntersuchung in den Beratungsstellen des Kinder-und Jugendärztlichen Dienstes statt und dauert etwa 30 Minuten. Dabei ist die Teilnahme eines Elternteils bzw. Sorgeberechtigten erforderlich.

Ziel dieser Untersuchung ist es, für den Schulbesuch bedeutsame gesundheitliche Einschränkungen zu erkennen sowie Eltern und Schulleiter zu gesundheitsrelevanten Einflussfaktoren zu beraten. Außerdem werden der Impfstatus erfasst und anonymisierte Daten für die Gesundheitsberichterstattung in Sachsen erhoben.

Bei der ganzheitlichen Untersuchung des Kindes werden folgende Punkte beurteilt:

  • körperlicher Entwicklungsstand
  • Ernährungszustand
  • Bewegungsapparat
  • Hör- und Sehfähigkeit
  • Impfstand
  • Konzentration & Wahrnehmung
  • Fein- und Grobmotorik
  • Sprachentwicklung
  • Psychosoziale Kompetenz

Gemeinsam mit den Eltern werden die Stärken und Schwächen des Kindes besprochen. Bei Entwicklungsverzögerungen werden Fördermöglichkeiten aufgezeigt. Als Ergebnis wird eine Empfehlung zur Schulfähigkeit aus medizinischer Sicht ausgestellt. Über schulrelevante Befunde wird der Schulleiter – nach schriftlicher Zustimmung der Eltern – informiert. Bei ihm liegt die Entscheidungsbefugnis über die Schulaufnahme des Kindes.

Wenn ein expliziter Förderbedarf besteht, sollte im Vorfeld festgelegt werden, an welcher Schule das Kind am besten aufgehoben ist. Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche sind nach Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus förderbedürftig. Mit besonderer pädagogischer und therapeutischer Betreuung können sie ihre Schwierigkeiten überwinden. Ratsam ist der Besuch von „LRS-Klassen“, in denen 10 bis 16 Schüler lernen. Der Besuch einer „LRS-Klasse“ beruht auf der freiwilligen Entscheidung der Eltern. Sie können viel zum Erfolg Ihres Kindes beitragen, indem sie seine Entwicklung zusätzlich zu Hause fördern, engen Kontakt zu den Lehrern halten und den Schüler immer wieder ermutigen.
Je nach Art des Förderbedarfs gibt es in Dresden diverse Förderschulen, an denen Ihr Kind Abschlüsse der übrigen Schularten erwerben kann.

Die Schulvorbereitung

Selbstständigkeit und Eigenverantwortung lernen:
Ist Ihr Kind in der Schule, wird es für Vieles selbst verantworlich sein. Hefte, Bücher, Stifte und Sporttasche müssen selbst für die Schule eingepackt werden und dürfen nicht vergessen werden. Zudem sollten Mitteilungen der Lehrer an Eltern übermittelt werden können. Mit diesen kleinen Aufgaben können Sie Ihr Kind fördern:

  • drei kleine Aufgaben nacheinander erledigen
  • kleine Aufgaben im Haushalt übernehmen
  • den Kindergartenrucksack selbstständig packen
  • die Kleidung für den nächsten Tag allein herauslegen

Grob- und Feinmotorik fördern:
Durch verschiedenste Übungen wie Radfahren, Seilspringen, Balancieren oder auf Bäume klettern kann die Grobmotorik Ihres Kindes gefördert werden.
Die Feinmotorik wird immer noch am besten durch Malen und Basteln unterstützt. Mit Schere, Papier und Leim kreativ zu arbeiten macht jedem Kind Spaß. Dabei kann man kleine Aufgaben geben, wie zum Beispiel eine gerade Linie zu malen und dann auf Dieser zu schneiden. Das fördert die Konzentration und Feinmotorik.

Zahlen- und Mengenverständnis:
Um Rechnen zu können brauchen Kinder ein Verständnis von Mengen und ein räumliches Vorstellungsvermögen. Durch Zählspiele mit verschiedenen Gegenständen im Haushalt oder verschiedenen Brettund Kartenspielen, können Kinder in ihrem Verständnis für Mengen unterstützt werden.

Schule ist etwas Schönes
Am besten bereiten Sie Ihr Kind immer noch auf die Schule vor, indem Sie es spüren lassen, dass Schule etwas Gutes ist. Lernen und Neues erfahren macht Spaß und ist spannend und interessant.

Die Einschulung

Die Einschulung ist ein besonderes Erlebnis, das mit der ganzen Familie gefeiert wird. Doch was erwartet die Erstklässler, wenn der Schulalltag beginnt. Hier finden Sie Informationen zum Lernen in der Grundschule sowie Tipps zum Schulranzenkauf von Papeterie-Fachberaterin Manja Keppler.

Welche Inhalte werden in der Grundschule vermittelt?
Die sechs- bis zehnjährigen Kinder besuchen von der ersten bis zur vierten Klasse eine Grundschule. Vor allem das spielerische Lernen soll zu allgemeinen Grundkenntnissen und -fertigkeiten führen und die Freude an der Schule wecken. Bei Entwicklungsverzögerungen oder Lernschwächen wird geholfen; individuelle Begabungen und Neigungen werden gefördert.

Ab wann werden Noten verteilt?
Die Zensierung wird allmählich eingeführt und beginnt mit der 2. Klasse. In der 1. Klasse erhält Ihr Kind eine Beurteilung.

Was ist die Zielsetzung des Grundschulunterrichts?
Die ersten vier Schuljahre legen die Basis für selbstständiges Arbeiten und motivieren zum lebenslangen Lernen. Die Freude am Wissenserwerb und die natürliche Neugier der Kinder sollen gefördert werden. Die Grundschule ist deshalb zugleich leistungs- und kindorientiert.

Müssen Eltern für die Schulbücher zahlen?
In Sachsen besteht an öffentlichen Schulen Schulgeld- und Lernmittel- Freiheit. Alle notwendigen Schulbücher werden den Schülern leihweise überlassen, sofern sie nicht selbst beschafft werden.

Welche zusätzlichen Angebote bieten die Schulen an?
Die Dresdner Grundschulen bieten Zusatzangebote im sportlichen, sprachlichen und musisch-kreativen Bereich sowie in Form von außerschulischen AGs und Ganztagsangeboten an.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.sachsen-macht-schule.de

Interview mit Manja Keppler, Schulranzen-Fachberaterin bei Papeterie, Schulranzen-Freital: „So kaufen Eltern den richtigen Schulranzen“

  • Frau Keppler, was macht einen guten Schulranzen aus?
    Vor allem die Standfestigkeit des Ranzens. Eine ordentliche Bodenplatte ist unerlässlich für die Stabilität. Der Schulranzen sollte zudem ergonomisch geformt und gepolstert sein, damit der ABCSchütze keine Rückenschäden davonträgt. Für die Sicherheit sind Reflektoren ein Muss. Im Idealfall sind sogar fluoreszierende Orangetöne (DIN-Norm) angebracht.
  • Worauf sollten Eltern beim Kauf des richtigen Ranzens achten?
    Kaufen Sie den Ranzen gemeinsam mit dem Kind, denn er muss zum Rücken des Schülers passen. Es ist daher keine gute Idee, den Schulranzen als Überraschung zu schenken. Anprobieren und Ausprobieren sind das A und O beim Schulranzenkauf. Eltern können sehr gerne einen Termin mit uns zur Schulranzenberatung ausmachen. Eine Stunde sollte dafür eingeplant werden.
  • Wie schwer darf ein Schulranzen sein, damit er keine Haltungsschäden hervorruft?
    Das kann so pauschal schwer beantwortet werden. Jahrelang wurde die Angabe 10% des Körpergewichtes verbreitet, doch dies wurde wieder revidiert. Es kommt nämlich immer darauf an, wie aktiv das Kind ist. Treibt es Vereinssport, ist der Rücken in der Regel belastbarer. Ranzen wiegen im Durchschnitt zwischen 900 und 1.300 Gramm. Wobei gesagt werden muss, dass Ranzen, die leichter sind, auch oft unstabiler sind. Weniger Inneneinteilung, die wichtig für die Struktur des Ranzens ist, spart zum Beispiel Gewicht ein.
  • Eine Frage, die sich viele Eltern stellen: Ist das teuerste Modell automatisch das Beste?
    Nein, was nützt der teuerste Ranzen, wenn dieser nicht zum Rücken des Kindes passt. Es gibt lange, kurze, breite und zarte Rücken – und dafür auch die unterschiedlichsten Ranzen.
  • Welche Farben und Design-Trends sind – laut Ihren Erfahrungen – bei Schulranzen aktuell beliebt?
    Mädchen lieben nach wie vor Glitzer und Pferde. Jungen entscheiden sich oft für Autos, Dinos, Piraten und Fußball-Motive. Bei der Motivwahl ist jedoch zu beachten, desto kindischer ein Schulranzen ist, umso eher gefällt dieser dem Kind nicht mehr. Ein Ranzen soll ja möglichst die ersten vier Jahre halten, ehe dann ein cooler Schulrucksack angeschafft wird. Wenn das Kind jedoch enorm wächst, was ja niemand vorher sagen kann, dann wird meist schon in der 3. Klasse auf einen Schulrucksack zurückgegriffen, da der Ranzen dann einfach in der Rückenlänge zu kurz ist und Schmerzen verursacht.

Schulranzen in Hülle und Fülle: Manja Keppler steht Ihnen beratend zur Seite.

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