01.03.2017

Kamelien verzaubern in Königsbrück

Besuchen Sie die beeindruckende Blütenschau

Kamelien in Königsbrück

Seit Ende Januar sind sie wieder in Blüte und können besichtigt werden – die Kamelien in Königsbrück. Sie gehören neben denen in Pillnitz, Zuschendorf und Roßwein zu den ältesten Kamelien Deutschlands, mit einigen böhmischen Exemplaren sogar zu den Ältesten Europas, nördlich der Alpen.

Blütenschau im Kamelienhaus

Traumhaft ist der Farbkontrast der drei fast 6 Meter hohen und vermutlich 190 – 200 Jahre alten Bäume „Schneeweiß“ und „Blutrot“. Deren Hauptblüte liegt im Februar, sie blühen aber auch jetzt noch. Zudem birgt das Königsbrücker Kamelienhaus noch eine 2. und eine 3. Generation, mit einem Alter von bis zu über 100 Jahren und etwa 2 Metern Höhe. Diese stehen jetzt, im März, in ihrer Hauptblüte. Das üppige Blütenmeer und die Vielfalt an Formen und Farben verzaubern die Betrachter und hinterlassen nachhaltige Eindrücke.
Die beiden Kameliendamen „Caprice“ und „Sophia“ (nach den ältesten Kamelien „Schneeweißchen und Rosenrot“ benannt) hatten im Januar die 18. Kamelienblüte in Königsbrück eröffnet. Seitdem ist an den Sonntagen ein wahrer Besucherstrom zu verzeichnen.

Erneut sind die neuen Duftkamelien der absolute Renner („Der Hauch einer Fee im Frühling“). Jeder Besucher will unbedingt eine Duftprobe nehmen und ist eingenommen von der angenehm betörenden Note. „Es geht die Zartheit der Blüten auf den Duft, weiter auf die zarte Jugend der Kameliendamen.“ laut Herrn Peter Sonntag vom Heimatverein. Damit eingehend hat der Verein alle Hände voll zu tun, genügend Jungpflanzen zu besorgen, so dass man davon eine mit nach Hause nehmen kann – solange der Vorrat reicht.

Diese und andere sehr schöne Sorten werden übrigens aus der bekannten Kameliengärtnerei Risse aus Coswig bezogen. An zwei Sonntagen im März, dem 12. und 19. findet wieder der „Familiennachmittag“ statt. Zwischen 13 und 15 Uhr stehen die beiden Kameliendamen für gemeinsame Fotos zur Verfügung – ein gern angenommenes Souvenir.

Am Kamelienhaus selbst kann man auf neuen Informationstafeln Interessantes zu den Kamelien allgemein, zu den sächsischen Standorten, zu den Königsbrücker Standesherrschaften (u. a. die Grafen von Hohenthal als Gründer der ersten Sparkasse Sachsens oder die Naumanns zu Königsbrück mit ihrer Nähmaschine „Naumann“ und der Schreibmaschine „Erika“) und zum Entstehung des Kamelienhauses erfahren.

Natur erleben – Königsbrücker Heidelandschaft

Auf den neuen Informationstafeln im Kamelienhaus ist auch auf eindrucksvollen Bildern vielfältig dargestellt, welche beeindruckenden Sehenswürdigkeiten, wunderschöne Wandermöglichkeiten und einmalige Naturerlebnisse Stadt und Umgebung aufweisen. Sowohl jetzt als auch in späteren Monaten.

Gleich „um die Ecke“ kann man Biberburgen oder Anemonenwiesen beobachten. Im Naturschutzgebiet Königsbrücker Heide ist auf einmalige Weise zu sehen, welchen Einfluss der Biber durch sein ständiges Wirken auf die Natur hat. Hier gibt es die Möglichkeit die gestalterische Tätigkeit dieses besonderen Tieres zu beobachten. Zu DDR-Zeiten waren auf diesem Gebiet sowjetische Streitkrämpfe stationiert und nach deren Abzug musste die Natur erst einmal wieder durchatmen. Vom ursprünglichen Biberbestand existierten nur noch eine Biberburg und wenige Erdbaue, die an der Pulsnitz und am Ruhlander Schwarzwasser entdeckt wurden. Wo immer der Mensch seinen Einfluss nicht mehr geltend macht, erobert sich die Natur das Gebiet zurück und so gibt es jetzt, nach über 25 Jahren wieder mehr als 40 Biberfamilien. Das entspricht einer Population von über 100 Elbebibern, die mit ihren Burgen, Erdbauen und Dämmen nachhaltig das Landschaftsbild prägen. Die inzwischen entstandenen Biberwiesen sind natürliche Zeugen des wieder ungehinderten Ablaufens landschaftsdynamischer Prozesse.
Noch mehr Natur kann man entlang der Pulsnitz erwandern und -radeln. Im Mai umgeben Königsbrück gigantische gelbe Felder, die Ginsterblüte beginnt und macht Königsbrück und Umgebung, das größte Naturschutzgebiet Sachsens, somit zu jeder Jahreszeit besuchenswert.

Besucher-Highlights

Jetzt während der Kamelienblüte sind natürlich eine ganze Reihe interessanter Begegnungspunkte mit eingebunden:

  • Die Töpferei Frommhold (eine der ältesten Töpfereien Sachsens) lädt am Wochenende 11./12. März zum „Tag der Töpfereien“ ein. Neben Kaffee und Kuchen wird die Werkstatt vorgestellt und für Kinder Bastel- und Töpfermöglichkeiten angeboten.
  • Im Besucherzentrum der NSG-Verwaltung kann man Einblicke in die Natur und in die Entwicklung einer Kulturlandschaft gewinnen.
  • Nicht weit entfernt von den Kamelien lädt in einer eindrucksvollen Ausstellung ein Rundgang an der „via regia“ bzw. des Jakobsweges ein. Hier werden in einem Sozialprojekt der Modellbauwerkstatt des Heimatvereins kunstfertig historische Gebäude von Städten dieser berühmten Straße Europas im Mittelalter im Maßstab 1:25 nachgebildet und einschließlich der geschichtlichen Hintergründe vorgestellt.
  • Für das leibliche Wohl sorgen viele Königsbrücker Gaststätten. Etwas außerhalb von Königsbrück in Laußnitz im Laußnitzer Hof können Besucher im Biergarten die Köstlichkeiten aus einem Steinofen genießen.

Öffnungszeiten:
Das Kamelienhaus hat noch bis Ostersonntag geöffnet, immer sonntags 10 – 17 Uhr. Für Reisegruppen in der Woche nach Voranmeldung in der Königsbrück-Information. Modellbau und Besucherzentrum sind an den genannten Sonntagen ebenfalls geöffnet.

Mehr Informationen:

Königsbrück-Information
Telefon: (03 57 95) 4 25 55, E-Mail: information@koenigsbrueck.de

Heimatverein Königsbrück
Telefon: (03 57 95) 30844, E-Mail: Sonntag.koenigsbrueck@freenet.de

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